Zukunftsatlas 2007 – wie steht es um den Kreis Plön?

30. März 2007

Vor kurzem wurde der Zukunftsatlas 2007 vom Handelsblatt, gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Prognos, veröffentlicht. Unser Kreis Plön hat sich in den vergangenen drei Jahr im Rang leicht verbessert:

Plöner Werte im Zukunftsatlas 2007

wobei wir vor allem im Bereich „Soziale Lage & Wohlstand“ gute Werte aufweisen.

Im Handelsblatt erscheint in lockerer Folge ausführliche Berichte zu den Ergebnissen, in denen einzelne Regionen näher beleuchtet werden.

Die wichtigsten Ergebnisse des Zukunftatlasses in Kürze:

Die demografische Entwicklung hat einen „Wettkampf um Fachleute und Top-Performern“ in allen Regionen Deutschlands zur Folge.

Die Regionen müssen zukünftig mit noch stärker sinkenden Einwohnerzahlen rechnen, so dass der Wettbewerb um Fachkräfte und Einwohner erst am Anfang steht. Nahm die Bevölkerung im Zeitraum 1997 bis 2001 noch in mehr als einem Viertel aller Regionen (124) um mindestens 2 % aufgrund von Wanderungsgewinnen zu, verzeichneten zwischen 2001 und 2005 nur noch 70 Regionen eine hohe Bevölkerungsdynamik (> 2 %); Noch stärker wuchsen nur noch 22 Regionen, während dies im davor liegenden Betrachtungszeitraum noch mehr als dreimal so viele Regionen (68) erreichten. Dagegen verliert bereits knapp die Hälfte aller Regionen (197) an Bevölkerung. Die Herausforderung ergibt sich somit aus der Aufgabe Wirtschaftswachstum in Zeiten demografischer Schrumpfung zu generieren.

Die Bedeutung der Kreativwirtschaft und der Kreativen Klasse für die Zukunftsfähigkeit wächst.

Technologie, Talente, Toleranz stehen als Schlagworte für die Kreativwirtschaft. Metropolen, die hier gut aufgestellt sind, haben gute Chancen auch im internationalen Standortwettbewerb auf sich aufmerksam zu machen. Köln, Düsseldorf, Hamburg und Frankfurt/M. heben sich hier schon heute hervor. Aus dem Zukunftsatlas 2007 ist ein statistischer Zusammenhang zwischen Kreativwirtschaft, beispielhaft messbar am Beschäftigtenanteil der IT-Dienstleister, der unternehmensnahen Dienstleister, der Hochqualifizierten, der FuE-Beschäftigten und der Zukunftsfähigkeit feststellbar. Je höher in einer Region der Beschäftigtenanteil dieser Gruppen, desto tendenziell höher ist ihre Zukunftsfähigkeit.

Dynamische Regionen und insbesondere Hot Spots in Ostdeutschland schließen zu den etablierten Wachstumszentren in Westdeutschland auf.

Sich auf Stärken auszuruhen, ist gefährlich. „Harte“ Standortvorteile werden im europäischen Wettbewerb schnell relativiert. Mit innovativen Technologien und jungen Zukunftsbranchen treten auch neue „Hot Spots“ auf den Plan. Das hat Konsequenzen für die etablierten Städte und Umlandgemeinden. Ausbleibendes Wachstum auch auf hohem Niveau ist ein Alarmsignal. Waren es bisher vor allem Wohnpendler, wandern jetzt auch zunehmend Investitionen, Forschung und Entwicklung aus Ballungszentren in die „Speckgürtel“ ab.

In der Liga der wachsenden Global Cities spielen die deutschen Großstädte weiterhin keine Rolle. Sie müssen als schlagkräftige Metropol-Regionen eine Strategie entwickeln – oder werden zurückfallen.

Frankfurt als Finanzplatz, der Regierungssitz Berlin oder Hamburg als Hafen- und Handelsstadt, unsere Großstädte sind starke Partner im Kreis der „Euro-Cities“, von Lyon über Amsterdam bis Warschau. Ihre globale Wettbewerbsfähigkeit hängt aber davon ab, ob sie ihre Stärken bündeln – in Metropol-Regionen wie der Metropole Ruhr, der Metropolregion Nürnberg oder dem „Sachsendreieck“ – und tragfähige strategische Leitbilder entwickeln. Dabei muss die Nutzung der Chancen für die Gesamtregion und nicht der lokale Egoismus im Verteilungsstreit zwischen Zentren und Umland im Umland in Mittelpunkt stehen.

Regionen, die sich auf strategische Cluster konzentrieren, liegen beim Wachstum vorn. Nur sie entwickeln genug Ausstrahlungskraft, um auch das Umfeld profitieren zu lassen.

Politik, Unternehmen und Institutionen müssen sich weiterhin auf die besonderen Kompetenzen von Regionen konzentrieren. Technologische Cluster haben unterschiedliche Strukturen und Life Cycles. Ihre Unterstützung braucht eine genaue Analyse und langfristige Strategie. Aber auch Regionen ohne High Tech Potenziale profitieren von dem Prinzip des „Stärken stärken“. Cluster optimieren dabei die Ressourcenausstattung und Kompetenz, so dass sie Standorte im globalen Maßstab zu den bestgeeigneten herausbilden. Sie erhöhen die Wahrnehmung durch die Key Player des globalen Wettbewerbs.

Quelle: Prognos

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