Tipp: Vorsicht bei Telefon-Domainverkauf

11. April 2008

Kleine Geschichte aus einer Selenter Firma: Freitag mittag. Das Telefon klingelte und eine hektische Frauenstimme, die sich als Frau Sch. von der Firma Deutsche IDRvorstellte, verlangt dringend nach einer Entscheidung bezüglich des Domainnamens der Firma (nennen wir sie mal mal wxyz Gmbh bzw. wxyz.de).

Was, der Entscheider ist nicht zu sprechen? Es wäre brandeilig, ein Kunde möchte Domainnamen reservieren, und es ginge um Minuten, Sekunden, meint sie. Wenn bis in einer halben Stunde kein Rückruf erfolge, dann wären ähnlichlautende Domains vergeben – geschäftsschädigend hin oder her.

Eine halbe Stunde später saßen Geschäftsführer, Webmaster und ein Angestellter ums Telefon, um mit der Frau Rücksprache zu halten. Aha, es geht um die Domains wxyz.at, wxyz.ch, wxyz-landschaftsbau.at, wxyz-landschaftsbau.de und wxyz-landschaftsbau.ch, die anscheinend ein Kunde von ihr reservieren möchte. Aber – wer zu erst kommt, mahlt zuerst – sie könnte der betroffenen Firma auch das Angebot machen… und dann wurde es sehr, sehr professionell: Wie aus einem CallCenter spulte die junge Dame die Rahmenbedingungen herunter: Fürs erste Jahr 195 € je Domain, jedes Folgejahr für 20 €.

Halt, von Kaufen war so nicht die Rede!

„Bedenkzeit, eine halbe Stunde“ – nein, unmöglich, sie hätte ja schon lange auf den Rückruf gewartet und müsse nun handeln. Als dann ein Veto aus Selent kam, wurde sie pampig, und nach einem kurzen Wortgefecht warf sie den Hörer hin.

Kein Wunder.

Ihr gut eingefädeltes Geschäft kam nicht zu stande – am Telefon Druck machen, dabei versuchen, Entscheidern oder Fachleuten aus dem Weg gehen, keine Zeit für Recherche zu lassen.

Denn diese ergab nach kurzen, dass die Firma, für die sie angeblich arbeitet, für aggressive Verkaufsmethoden bekannt ist (s. z.B. den Artikel „Domain-Gebühren – Holzauge, sei wachsam!“ unter domain-recht.de, dritter Absatz). Dort wird geschildert, wie durch diesselbe Methode ein Domainverkauf über 7 Namen für über 1500€ zustande kam.

p.s.: Seit heute verfügt die Firma wxyz Gmbh noch über die Domainnamen wxyz-gmbh.de und wxyzgmbh.de, für 0€ im Jahr, denn ihr Webhosting-Paket umfasste 4 Gratisdomains. Glück gehabt.

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2 Kommentare zu “Tipp: Vorsicht bei Telefon-Domainverkauf”

  1. 01

    Wen das ganze nicht so traurig wäre könnte man über solche Dinge ja lachen! leider kommen solche geschichten aber immer öfter vor. ob die leute, mit solchen geschäftskonzepten, wirklich abräumen wage ich mal zu bezweifeln, aber ärgerlich ist die häufung solcher geschäftsmodele (mich würg es eigentlich in den zusammenhang den begriff geschäftsmodel zu nutzen) allemale.

    Il(l)u am 15. Mai 2008 um 20:10
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  2. 02

    alles verbrecher kann man da nur sagen. habe ich das richtig verstanden, dass da suggeriert wird, eine ähnlich benamte firma, wolle einem gewissermaßen die eigene domain „abspenstig“ machen, wenn man sie nicht dem zwischenhändler abkauft?

    kl.-m. am 11. November 2008 um 16:34
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