Gibt es überhaupt eine Wirtschaftsregion Raum Selenter See?

13. Februar 2003

Unter diesem Motto luden wir am 12. 02. 2003 Kommunalpolitiker aus den Gemeinden rund um den Selenter See zu einer Podiumsdiskussion ein. Um es kurz zu machen – anhand der Teilnehmer beantwortete sich eine der Fragen von selbst – es waren Gäste und Mitglieder aus Mucheln, Stellböken, Martensrade, Grabensee und natürlich Selent anwesend – der Norden und Osten fehlte.

Übereinstimmend kamen wir zum Ergebnis, dass der See nur für touristische Fragestellungen eine Verbindungsfunktion hat, ansonsten ist er eher ein verkehrstechnisches Hindernis. Die Anwohner sind – durch ihr Einkaufsverhalten – an die nächstgelegenen Zwischenzentren orientiert, ein gemeinsame Identität existiert nicht.

Dies hat natürlich auch historische Wurzeln, wir dürfen nicht vergessen, dass der See Privatbesitz ist und die jeweiligen Besitzer kein Interesse an einer touristischen Nutzung haben.

Die Vorzüge, die unsere Region, touristisch gesehen, auszeichnet, ist deshalb die Ruhe. Und – die zentrale Lage inmitten der Sehenswürdigkeiten.
Einen Handlungsbedarf sahen die Diskussionsteilnehmer aber im Bereich eines Radeweges rund um den Selenter See, wozu aber K.-H. Kähler als Kreisabgeordneter gleich darauf hinwies, dass dieser in der kreisweiten Prioritätenliste ganz weit hinten rangieren würde.
Ein weiterer Punkt waren fehlende bzw. schlecht ausgewiesene Sehenswürdigkeiten oder auch Aussichtsplattformen am See. So soll in Giekau ein Aussichtspunkt existieren, der von einem Naturschutzverband mit öffentlichen Geldern erstellt wurde. Es wird aber nicht auf ihn hingewiesen, da eine (Zer-)Störung der Natur befürchtet wird. In diesem Zusammenhang wurde auch der früher bestehende Wanderweg – ein alter Kirchsteig – erwähnt, der langsam zugewachsen ist und um den sich keiner mehr kümmert.

Von anderer Seite wurde angeregt, kleine Broschüren für bestimmte Zielgruppen zu erstellen – „Was können Eltern mit kleinen Kindern rund um den Selenter See unternehmen?“ beispielsweise. Diese brauchen nicht aufwendig gestaltet zu sein.

Kurz ging die Diskussion noch um die Verwaltungsstrukturreform, die in den letzten Monaten verstärkt in die allgemeine Diskussion kam. Herr Krumbek (Amt Selent-Schlesen) berichtete, dass angestrebt werden sollte, Verwaltungseinheiten von 20 bis 25.000 Einwohner zu schaffen. Das hiesse, das hier vom Amt Selent-Schlesen nichts mehr überbleiben würde, wir sicherlich zwischen Preetz, Lütjenburg und Schönberg aufgeteilt werden würden. Aber dies ist noch Zukunftsmusik. Unabhängig davon könnten die Gemeinden sich – politisch – zusammenschliessen, wie es z.B. auf Fehmarn geschehen ist. Dazu gibt es aber keinen Zwang, dies sind rein freiwillige Massnahmen der Gemeinden, um politisch handlungsfähig und finanziell beweglich zu bleiben.

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Wirtschaftsverein für den Raum Selenter See e. V.

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