Brainstorming zum Thema „Wie steigern wir die Attraktivität des Raumes Selent“

3. Februar 2009

Der Wirtschaftsverein Selenter See hatte zu dieser Veranstaltung breit eingeladen, und gestern abend sind nun rund 40 Gäste aus Politik, Vereinen und Organisationen rund um Selent auf die Blomenburg gekommen,  die Teil des Technologiezentrums Blomenburg (TZ) ist, dessen Geschäftsführer Dietmar Hartmann uns hier heute beherbergt.

Brainstorming-Runde Eins (WVSS 2.2.09)

Jörg Weisner, der erste Vorsitzende des Wirtschaftsvereins, der auch später die Diskussion moderierte, begrüsste die Teilnehmer und führte in das Thema des Abends ein – „Wie steigern wir die Attraktivität des Raumes Selent„.

Gastgeber Dietmar Hartmann: Die Attraktivität Selents bräuchte nicht gesteigert werden, Selent hätte alles, was man braucht, nur: Selent sei ein „Nicht-Ort“. Keiner kenne Selent, keiner das TZ oder die Blomenburg, obwohl Selent eine sehr gute Infrastruktur, Bauplätze und freie Gewerbeflächen vorweisen könne und nicht weit von der Landeshauptstadt entfernt liege.
Seine Frage: „Wie bekommen wir es hin, Selent bundesweit bekannt zu machen. Wenn Selent bundesweit bekannt ist, dann wird auch das nähere Umland (und auch Kiel) damit erreicht.
Das Technologiezentrum soll das Kompentenzzentrum für energietechnischen Optimierung von Gebäuden, Orten etc. pp. bundesweit werden. Zur Zeit betrüge die Auslastung rund 30%. Er wolle bekannter machen, daß das TZ über eine 34 MBit-Glasfaser-Leitung verfügen würde.

Anschliessend hielt Antje Josten, Bürgermeisterin Selents, ihr Grußwort. Sie dankte für die Einladung des Wirtschaftsvereins zu diesem abendfüllenden Thema, wobei Selent auch ihrer Meinung nach schon attraktiv ist.
Seit Mitte 1980 hat die Gemeinde viel erreicht – sie wurde ländlicher Zentralort mit zusätzlichen Mitteln, die in die Entwicklung auch der Nachbargemeinden mit eingeflossen ist.

Heute wäre dies nicht mehr im gewohnten Maße möglich (knappere Gelder allenthalben); sie ist froh über die Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Schwentinental, die für den Erhalt der Amtsverwaltung vor Ort sorge. Eine Katastrophe für Selent war 2002 das Hochwasser mit der Schliessung des Mutter-Kind-Kurheimes. Für die baldige Versteigerung hoffe sie, dass es bereits im ersten Termin zu einem Zuschlag komme.
Am Beispiel des Kaufs des alten Selenter Hof vor rund 16 Jahren machte sie deutlich, dass die Gemeinde oft Dinge vorfinanzieren muss, um einen gewünschten Zustand zu erreichen. Der Umbau war teurer als geplant, Selent zahlt immer noch ab, aber: Alle sind trotzdem zufrieden, weil Selent nun ein Restaurant hat, das über die Kreisgrenzen bekannt ist, und das auch einen grossen Saal vorweisen kann, was heutezutage auf dem Land nicht mehr selbstverständlich ist.
Edeka-, Aldi-Markt sind weitere Beispiele für notwendige Entwicklungen, die anfänglich jedoch äusserst umstritten waren. Die Blomenburg ist seit vielen Jahre ein Thema; mit Herrn Hartmann war die Gemeinde am Anfang nicht zufrieden, weil er ohne Konzept antrat. Frau Josten sprach Herrn Hartmann direkt auf den Verkauf von Grundstücken an – „vielleicht müssen Sie umdenken …“
Als letztes sprach sie die Schule am Selenter See an, die in den letzten Jahren saniert – um-, an-, neugebaut – wurde. Die Schule ist inzwischen so attraktiv, dass selbst Schüler aus Kühren und Hohwacht nach Selent kommen. Es ist zu hoffen, dass die Regionalschule auch nach 2011 ausgelastet und gesichert werden kann.
Die Lösungen auf alle möglichen offenen Fragen dürften leider nicht allzuviel Geld kosten, weil die Gemeinden sich heute nur noch wenig aus eigener Kraft leisten könnten.

Jörg Weisner fasste die vorherigen Beiträge zusammen – „Selent braucht sich wirklich nicht zu verstecken, aber – wie schaffen wir es, die für uns selbstverständlichen Dinge besser an andere vermitteln?“ – und leitete in die erste Brainstorming-Runde ein mit dem Thema „Wie könnten wir die Attraktivität von Selent weiter erhöhen und bekannter machen? “ (unter Verwendung des Konjunktivs zur Ausschaltung des „inneren Richters“…)

Es wurden dabei rund neunzig Vorschläge gesammelt, die dann vorgelesen und zu Themenkomplexen sortiert wurden. Anschliessend wurden die Vorschläge mit Punkten gewichtet, um Schwerpunkte herausfiltern zu können:

Gewichtung der Diskussionspunkte

Die Ergebnisse dieser Runde hier als Photos:

Bekannt machen

Attraktivität

Die Ergebnisse haben wir auch als PDF-Dokumente zusammengefasst, die am Ende dieses Beitrags aufgerufen werden können.

Danach ging es in die zweite Runde – es bildeten sich drei kleinere Gruppen zu 1. Bebauung (hier arbeitete Herr Hartmann mit), 2. Schulgruppe (Schwerpunkt Montessori-Schule) und 3. die Selenter-See-Gruppe, deren Aufgabe es war, zu überlegen, wie wir auch hier EINEN Schritt weiter kommen.

Nach rund einer dreiviertel Stunde wollten wir uns wieder zusammenfinden, nur, die „Bebauungsgruppe“ bat noch um Verlängerung.

Zwischenzeitlich diskutierten wir darüber, wie nach der Veranstaltung weiter vorgegangen werden sollte: Die Ergebnisse werden auf der Website des Wirtschaftsvereins dokumentiert, eigene Artikel zu den Arbeitsgruppen erstellt, sodass hier nach Bedarf weiter diskutiert werden kann. Im Mai diesen Jahres soll dann eine Folgeveranstaltung des WVSS die Ergebnisse von gestern aufgreifen und weiter entwickeln.

Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen (stichworthaft):

Schulgruppe: Freie Schule Selent / Montessori-Schule: Platzt aus allen Nähten, energetisch unter jedem Standard. Dringend neuer Standort notwendig – wichtig für Selent, diese Schule hier zu halten. Einige Eltern sind extra hier in die Gegend gezogen; wir sollten helfen, sie zu halten. Entweder Grundstück finden, wo die Schule bauen könnte – oder – den Schultrakt des Mutter-Kind-Kurheims wenigstens zwischenzeitlich zu nutzen. Darüberhinaus wäre eine bessere Busverbindung sinnvoll – Selent ist ein super Standort, aber Anbindung durch die Öffentlichen Verkehrsmittel ist schlecht.

Selenter-See-Gruppe: Probleme mit unserem Strand am See: Wie finde ich ihn? Wie komme ich da hin? Was finde ich dort? Strasse schlecht / Schilder wenig lesbar / Schranke oft zu / Parkplatz mangelhaft / Strand ohne Sand / keine Duschen, keine Spielmöglichkeiten,…

Bebauungsgruppe: kam zu keinem abschliessenden Ergebnis, will deshalb am nächsten Mittwoch (11.2.09) weitertagen; gruppenintern gab es vehemente Nachfragen, wieso die Baugebiete sich nicht entwickeln würden.

Abschliessend wurde noch über einen Vorschlag von Herrn Hartmann diskutiert, mit einem Projekt zum gemeindeweiten Einsatz energiesparender Umwälzpumpen in allen Haushalten der Gemeinde (Ziel: Energiespargemeinde Selent) bundesweite Öffentlichkeit für Selent zu erzeugen. Hier sollen in den nächsten Wochen belastbare Zahlen erarbeitet werden, Herr Hartmann will in vier Wochen dazu eine Veranstaltung für die Selenter Bürger anbieten.

Wie berichten für über unser Brainstorming? Vorschlag: Sonderausgabe des Dörpsblatts, vom Wirtschaftsverein finanziert, um diese Diskussionen weiter in die Bevölkerung zu tragen und damit die Nachfolgeveranstaltung ankündigen. Details sind noch zu klären.
Im ganzen gesehen war es eine runde Veranstaltung mit zuwenig Zeit, was dem Veranstaltungstermin geschuldet war. Es wurden wichtige Themenkomplexe herausgearbeitet, die jetzt vertieft und mit finanziellem Bedarf und Fördermöglichkeiten untermauert werden sollten.

Und hier die Ergebnisse der Diskussionen als PDF-Dateien:

Ergebnisse des Brainstormings

Vorschläge zur Steigerung der Attraktivität

Vorschläge zur Steigerung der Bekanntheit

Ergebnisse der Gruppenarbeit

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3 Kommentare zu “Brainstorming zum Thema „Wie steigern wir die Attraktivität des Raumes Selent“”

  1. 01

    […] Gestern abend (11.02.09) fand der „Nachhol“-Termin der „Bebauungsgruppe“ statt, die beim Brainstorming-Veranstaltung des WVSS (wie berichtet) kein Ende gefunden hatte. Es hatten sich zwölf Personen im „Gelben Salon“ der Blomenburg eingefunden, der Teilnehmerkreis hatte sich zugunsten von Gemeindevertretern aus Selent verändert. […]

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  2. 02

    […] Jörg Weisner stellte anhand eines YouTube-Videos der Stadt Hückeswagen, die die unternehmerfreundlichste Stadt Deutschlands ist (TÜV-geprüft!), die Frage, wie wir Selent weiterbringen könnten. Wir haben ja mit dem Brainstorming auf der Blomenburg die ersten Schritte getan, wollen nun in der nächsten Ausgabe des Dörpsblatts darüber berichten, und im Mai eine Folgeveranstaltung durchführen. […]

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  3. 03

    […] Erste Brainstorming-Veranstaltung (2.2.09) […]

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